Was bleibt. Auf den Spuren einer kanadischen NATO-Garnison

Lahr im Schwarzwald ist eine beschauliche Stadt mittlerer Größe. Eine Einkaufsstrasse in der wechselweise mal der eine, mal ein andere Laden leer steht - der ständige Versuch die Stadt touristisch attraktiv zu halten und möglichst städtisch zu erscheinen – eine Handvoll Industrieunternehmen, ein Bahnhof, ein Flugplatz und 43.705 Einwohnern.

Erst bei weniger oberflächlicher Betrachtung wird sichtbar, dass die Stadt eine bewegte und nicht immer einfache Geschichte mit sich trägt – die Geschichte von über 100 Jahren als Garnisonsstadt.
Dem 8. badischen Infanterieregiment Nr. 169 und den französischen Besatzungstruppen folgte 1969 eine kanadische NATO-Garnison.

Als nach 27 Jahren die Kanadischen Streitkräfte abgezogen wurden, bedeutete das für die Region Lahr nicht nur den Verlust eines nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Faktors und Arbeitgebers, auch viele junge Frauen folgten ihrer Kanadischen Liebe in die ferne Heimat.

Was blieb waren die leer stehenden Kasernen und Wohnungen, ein NATO- Großflugplatz, riesige militärische Flächen mit Lagerhallen und Hangars, eine Panzerstrasse nebst Panzerwaschanlage, ein Starfighter, ein Totempfahl und ein Maple Tree außerdem ca 200 Kanadischen Bürger inklusive.

Ich habe fotografiert was ist und verweise damit auf das was war. Auf einer Art Spurensuche such ich was übrig ist von 27 Jahren kanadischen Lebens und Arbeitens in Lahr. Was ist aus der Eishockeyhalle geworden ist und was aus den Casinos – tanzt die Squaredancegruppe heute noch? Und wer ist geblieben um die Stellung im Schwarzwald zu halten.